Veronika Krammer

Heilpraktikerin  Akupunktur  Anthroposophie  Spagyrik  Pilates Kunst

Mein Stress-lass-nach-Blog

Veronika Krammer




Erster Blogeintrag

02.06.2022

ACHTUNG!!!!!! ICH BIN IM STRESS!!!

Die Stress-Reaktion: Wie reagiert der Körper auf Stressoren?

Die so genannten "Stress-Reaktion" wurde ursprünglich mal dafür erfunden, dass wir auf lebensbedrohliche Situationen reagieren können. Unser Körper nimmt dabei all seine Kraft zusammen und versorgt uns mit Energie, um kämpfen oder weglaufen zu können. Klassich: der Kampf mit dem Säbelzahntiger.


Diese Reaktion läuft bis heute immer gleich ab. Unserem Körper ist es dabei vollkommen egal ob unser Leben wirklich bedroht ist, oder ob wir „nur“ in einer nervigen Situation sind, die in uns Stress auslöst.


Die meisten Stressoren findet man heutzutage in alltäglichen Situationen:

- Belastungen in der Arbeit

- spannungsgeladene Beziehungen oder das Gegenteil: fehlende soziale Kontakte

- eine fehlende Beziehung zu sich selbst

- eine fehlende Wahrnehmung oder Befriedigung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse

- oder auch ein Fehlen der Wahrnehmung der eigenen Grenzen


Um auf Stressoren zu reagieren, kennt der Körper zwei Reaktionen: Angriff oder Flucht. 

Gesteuert wird das hautpsächlich vom autonomen Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) im Zusammenspiel mit den Nebennieren.


Diese beiden Antworten auf stressende Reize sind aber in den meisten Situationen nicht mehr die passende und zielführende Reaktion. Klar kann man voller Wut brüllen und die Zähne fletschen, oder aufgeben und gehen. Für die soziale Harmonie und die eigene Stellung in der Gesellschaft ist dies jedoch meistens nicht gerade zuträglich. Wir sind und bleiben soziale Wesen…


Und dafür haben wir uns eine dritte Reaktion angeeignet:

Einfach stillhalten, sich ducken und in der geduckten Stellung verharren, leise und flach atmen, keinen Mucks von sich geben und warten bis die Situation vorüber ist. Auf jeden Fall gesellschaftsfähiger…


Der Körper stellt aber auch für diese Reaktion viel Energie bereit. Diese Energie benötigen wir aber in der starren Haltung gar nicht so sehr, wie wenn wir uns bewegen würden. 

Verharren wir nur kurz, lassen das Gewitter an uns vorüberziehen und entspannen uns dann gleich wieder, baut sich die Energie auch schnell wieder ab. Das Problem mit dem Stressor ist dadurch zumeist auch in einer (Energie-)effizienten Weise gelöst – manchmal lohnt es sich einfach nicht zu reagieren und es ist besser man lässt Dinge zum einen Ohr rein und zum anderen wieder rausfließen (die Betonung liegt auch hier auf "fließen").


ABER: Verharren wir über längere Zeit in dieser geduckten und schützenden Stellung, bleibt unser Körper und unsere Seele in dieser Schutzhaltung und Schutzreaktion haften. Und dieser Daueralarm kann im Körper Folgen haben!


Denn Stress steht im Verdacht an folgenden Symptomen beteiligt zu sein:


- Muskelverspannungen (besonders im Schulter-Nacken und Lendenbereich) und dadurch Schmerzen im Bewegungsapparat

- Spannungskopfschmerz und Migräne:

Der Kopf kann schmerzen durch die erhöhte muskuläre Spannung in der Nacken- und Gesichtsregion

- Beschwerden des Verdauungstrakts:

Durchfälle, Blähungen, Verstopfung, „Reizdarm“ oder „Reizmagen“ mit Übelkeit und Sodbrennen

- Erhöhung des Blutdrucks:

vermehrte Spannung der Blutgefäße

- Häufige Infekte:

Erkältungen und grippale Infekte, denn Stress beeinflusst das Immunsystem

- (Wieder-)Auftreten von Allergien:

wie Ekzemen oder Neurodermitis, Psoriasis aber auch Heuschnupfen

- Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen:

Stress beeinflusst die Botenstoff-Balance im Gehirn

- Zyklus-/ und sexuellen Störungen:

denn Stress beeinflusst auch die hormonelle Balance


Stichwort: Psycho-Neuro-Immunologie, ein weites spannendes Forschungsfeld…


Merke!

Ein längeres Verharren bedeutet Starre. Wo Starre auftritt, kann nichts mehr fließen. Mangelndes Fließen kann zu Unwohlsein und Beschwerden führen.